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Le Mans Classic 2014, Le Mans, Frankreich
450 Zeitmaschinen aus sechs Jahrzehnten lieferten sich ein 24h-Rennen auf dem Circuit de Sarthe

 

Wenn über Le Mans berichtet wird, verfällt man leicht in Superlative; da wird schon mal aus einem Regenschauer eine Sturzflut, aus Oldtimern werden Zeitmaschinen und aus einer Rennveranstaltung wird das ultimative Event.

Und so verkehrt ist das ja auch nicht: in sechs Gruppen treten insgesamt 450 Rennwagen aus den Jahren 1923 bis 1979 gegeneinander an und in und um Le Mans tummeln sich an diesem Wochenende über 100.000 Oldtimer, Sport- und Rennwagen - und zwar zugelassen und auf normalen Straßen.

Das besondere an den 24 Stunden von Le Mans sind, neben den vielen seltenen   Rennwagen, dem Zugang zu den Fahrerlagern und damit den (fast) direkten Kontakt zu den Fahrzeugen, den 24h Rennen von Samstag 16:20 bis Sonntag 17:00 Uhr, vor allem das Ambiente. Es trifft sich Jung und Alt, nimmt  auf den Tribünen - vor allem am Freitag, wo diese jedermann zugänglich sind - auf mitgebrachten Klappstühlen oder direkt auf dem Boden Platz und picknickt mit so französischen Utensilien wie Baguette, Käse und Wein. Natürlich gibt es auch Stände, an denen man Bier, Frites oder belegte Baguettes (unter anderem mit Pommes!), Austern, Champagner und vieles mehr erwerben kann.

Und natürlich haben auch Händler den Weg nach Le Mans gefunden, so das von  Merchandising Artikeln über Literatur und Modellen bis hin zu Rennkleidung und Helmen alles erworben werden kann. Und auch Autos werden feilgeboten, von Privat auf den Parkplätzen oder von Profis bei der Auktion am Samstag.

Le Mans Start der Little Big Mans

Hier nun ein kurzer Überblick über die verschiedenen Gruppen und die einzelnen Rennen:

In der Gruppe 1 (1923-1939) findet man u.a. Bentley, Bugatti, Lagonda, Aston Martin und aus Deutschland den BMW 328 - gleich 4 Stück davon. Unter den 76 Fahrzeugen der Gruppe 2 (1949-1956) befinden sich u.a. Porsche 356, Maserati 300, Jaguar XK und D- und C-Type sowie Mercedes 300 SL Gullwing, aber auch ein DKW Monza oder ein Osca MT fahren hier mit.

In der Gruppe 3 (1957-1961) sind es Ferrari (250 GT), Porsche (356), Jaguar (D-Type, Lister Knobbly) sowie Lotus die das Feld dominieren. In Gruppe 4 (1962-1965) finden sich u.a. Porsche 911 und 904, Ford GT 40, Jaguar E-Type und diverse Ferrari wieder.

Die Gruppen 5 (1966-1971) und 6 (1972-1979) sind nicht nur akustisch sondern auch optisch die lautesten; hier fahren Chevron gegen Lola, Porsche (908, 911, 914, 910, 907, 906 und 917) gegen Ferrari und sich selbst. Corvettes, Mustangs und GT 40 dröhnen über die Piste, BMW M1 spucken Feuer und Porsche 911 RSR, 935 beeindrucken mit ihren mächtigen Heckflügeln.

Am Freitag  finden am Vormittag die Qualifikationsrennen statt; hier hat jede Gruppe 45 Minuten Zeit, sich an die Strecke zu gewöhnen - was einige Fahrer dringender nötig haben als andere. Ab 22:00 haben die Fahrer der einzelnen Gruppen die Möglichkeit, noch ein paar freie Runden bei Nacht  zu drehen. Am Samstag wird es dann ernst: um 16:20 startet die erste Gruppe - ganz traditionell im Stil von Le Mans - das 24h Rennen, welches erst am Sonntag um 17:00 beendet wird. Jede Gruppe kommt dabei 3mal zum Einsatz. So startet z.B. die Gruppe 1 erneut um 01:31 und dann letztmals um 09:13.

Wer das Rennen gewinnt ist eigentlich  gar nicht so wichtig - abgesehen davon, dass die Regeln so kompliziert  sind, das ich zumindest, zwischendrin sowieso den Faden verloren habe. Wichtig ist, dabei gewesen zu sein, so lange wie möglich die Rennen in der Nacht zu verfolgen, sich mit Freunden und Gleichgesinnten zu treffen, Brot und Wein zu teilen und Müde aber über das ganze Gesicht lächelnd irgendwann einzuschlafen.

Wenn man es sich dann noch leisten kann, erst am Montag die Heimreise antreten zu müssen, na, dann gibt es eigentlich nur noch eine Steigerung: nämlich selber mal mitzufahren.